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Aktuelles

Seit dem Jahr 2000 betreibt der gemeinn├╝tzige Verein Torgau-Kultur e.V. das Kulturhaus Torgau. Den Vereinsvorsitz hat die amtierende Oberb├╝rgermeisterin Romina Barth inne. Eigent├╝mer des Hauses ist die Kulturhaus-Immobilien- und Verwaltungsgesellschaft mbH.

Gesch├Ąftsf├╝hrerin: Heidi Peterson

Mitarbeiter: Kerstin Natzel, Sindy Stecher, Antje Bussenius, Guido Kresov, Sebastian Grimm, Mathias Uhlitzsch

Veranstaltungsr├Ąume:

Gro├čer Saal mit B├╝hne & Bl├╝thner-Konzertfl├╝gel (420 Pl├Ątze) mit Backstage-Bereich

Kleiner Saal (80 Pl├Ątze), Leinwand 4 x 6m

Unteres Foyer und Oberes Foyer

Alle R├Ąume k├Ânnen gemietet werden. F├╝r Vereine gibt es g├╝nstigere Konditionen.

Im Kulturhaus befindet sich auch das "Restaurant im Kulturhaus" (70 Pl├Ątze), dass unsere Veranstaltungen gastronomisch versorgt.

Die Ticketvorverkaufsstelle f├╝r deutschlandweiten Ticketverkauf befindet sich im B├╝ro des Hauses in der 1. Etage, Tickethotline: 03421 903523.

Historisches

Das Kulturhaus Torgau ist eine traditionsreiche Einrichtung, deren Anf├Ąnge bis in das Jahr 1639 zur├╝ckgehen. Damals erhielten die Armbrust- und B├╝chsensch├╝tzen zu Torgau ein Grundst├╝ck auf dem Gel├Ąnde des so genannten Freitagslandes, um dort Schie├čplatz und Schie├čhaus zu errichten. Derartige Sch├╝tzengilden entstanden damals in zahlreichen St├Ądten. Sie ├╝bernahmen Schutzfunktionen und hatten geselligen Charakter. Der Torgauer Schie├čplatz war bald fertig gestellt. Er begann etwa dort, wo sich heute der Garten des Kulturhauses befindet. Damals war das au├čerhalb der Stadt und der Schie├čplatz konnte ├╝ber das B├Ąckertor erreicht werden. Auf das Schie├čhaus mussten die Sch├╝tzen allerdings noch warten. Es konnte erst nach 1700 realisiert werden.
Ein Teil des Schie├čplatzes und das urspr├╝ngliche Schie├čhaus mussten 1811 dem Bau der Festungsanlagen weichen. Das Haus wurde neu errichtet, dort wo es heute noch steht und hie├č fortan Sch├╝tzenhaus. Es war wesentlich kleiner als heute. Im Erdgescho├č lagen Schankstube und K├╝che, im 1. Stock befand sich ein Saal, dar├╝ber die Dachstube. Doch ein geselliger Treffpunkt war es schon damals. Im Garten gab es eine Kegelanlage mit zwei Bahnen samt Kegelh├Ąuschen. Kegeln war ein weit verbreitetes Volksvergn├╝gen, das mit Wetten einherging.
1823 wurde das Sch├╝tzenhaus verpachtet und 1848 schlie├člich verkauft. Der K├Ąufer war der Torgauer Senator und Wei├čb├Ąckermeister G. A. Wittee, der Haus und Garten f├╝r 5050 Taler erwarb. Noch im selben Jahr erweiterte er Schankstube und Saal. Damit zeichnete sich bereits deutlich die Nutzung ab, die das Haus beibehalten sollte: ein Veranstaltungsort. Bald begannen auch Vereine das Sch├╝tzenhaus zu nutzen.
1871 kaufte die Familie Hanisch das Haus und erweiterte es um die linke Vorderfront. Im Garten entstanden ein Eiskeller und bald darauf ein Ger├Ąteschuppen der Turner, die im Saal trainierten.
1902 ├╝bernahm Ernst Bierwerth das Sch├╝tzenhaus am so genannten Paradeplatz, Ecke Feldstra├če. L├Ąngst war Torgau eine Garnisonsstadt und im Sch├╝tzenhaus fanden B├Ąlle, Konzerte und Theatervorf├╝hrungen statt. Ernst Bierwerth hatte gro├če Pl├Ąne. Er baute das Haus weiter aus, um es dem gestiegenen Bedarf anzupassen. Damals entstand der Gro├če Saal mit der Empore. Am 5. Oktober 1904 fand die feierliche Er├Âffnung des neuen Festsaales statt. Es konzertierte die Kapelle des hiesigen 72. Regiments bis 23 Uhr, danach spielte ein Pianist. Offenbar spielte er popul├Ąre Lieder, denn die G├Ąste sangen lauthals mit, bis in die fr├╝hen Morgenstunden. So ist es jedenfalls im Protokoll des K├Âniglichen Sch├Âffengerichts in Torgau verzeichnet, denn die Festivit├Ąt hatte ein Nachspiel. In der Feldstra├če, genau dem Festsaal gegen├╝ber stand das Katholische Pfarrhaus. Pfarrer Schrage erstattete Anzeige wegen Ruhest├Ârung. Ausf├╝hrlich beschrieb es dem Gericht, dass weder er noch die f├╝nf Ordensschwestern, die die anschlie├čende Schule und das Waisenhaus betreuten, schlafen konnten und dass auch die 40 Z├Âglinge keinen Schlaf gefunden h├Ątten, da die Fenster s├Ąmtlicher Schlafr├Ąume zur Feldstra├če hin lagen. Als 14 Tage sp├Ąter die neue Kegelbahn im Keller des Sch├╝tzenhauses er├Âffnet wurde, erfolgte die n├Ąchste Anzeige wegen ÔÇ×ruhest├Ârenden L├Ąrms infolge des Rollens der KugelnÔÇť, obwohl Ernst Bierwerth Laufrinne und Kugelkasten mit Filz ged├Ąmmt hatte. Es entbrannte ein erbitterter Kleinkrieg zwischen den Bewohnern des Pfarrhauses und einem Teil der B├╝rgerschaft. Kein anderer Nachbar f├╝hlte sich durch Veranstaltungen und Kegelbahn gest├Ârt. 1905 erteilte das Gericht die Auflage, dass Konzerte nur noch unter Verwendung von Streichinstrumenten gestattet sind (ausdr├╝cklich sind Trommeln, Trompeten, Posaunen und Becken verboten). Das Kegeln nach 21 Uhr wurde ebenfalls untersagt. Das brachte nicht nur die Kegler in Rage. Ernst Bierwerth legte Berufung ein und zahlreiche Torgauer st├Ąrkten ihm den R├╝cken. Er berief sich auf Bestandschutz; die Gastwirtschaft bestehe l├Ąnger als die Katholische Kirche, die erst 1854 erbaut wurde. ÔÇ×Seit undenklicher ZeitÔÇť, hie├č es, ÔÇ×haben in dem Saale des Sch├╝tzenhauses Musikauff├╝hrungen aller Art stattgefundenÔÇŽÔÇť und ÔÇ×immer schonÔÇť habe es eine Kegelbahn gegeben. Eine stattliche Anzahl honoriger Zeugen sagte f├╝r ihn aus. Manche kegelten schon seit 25 Jahren im Sch├╝tzenhaus. Das Gericht hatte ein Einsehen und befand, die Aussagen des Pfarrers lie├čen ÔÇ×deutlich eine gewisse Subjektivit├ĄtÔÇť erkennen. Doch der Rechtsstreit ging weiter, bis er 1906 unerwartet endete. Die Kirche brannte ab. Und bald war auch im Sch├╝tzenhaus keine Musik mehr zu h├Âren. Es diente im 1. Weltkrieg als Lazarett. 
1918 wurde der Veranstaltungsbetrieb im Sch├╝tzenhaus wieder aufgenommen. Das Haus wechselte mehrmals den Besitzer. 1924 wurde im 1. Stock vor├╝bergehend ein Kino eingerichtet. 
Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Sch├╝tzenhaus in Volkshaus umbenannt und wurde 1952 ein HO-Kreisbetrieb. Nach einer umfassenden Renovierung er├Âffnete die staatliche Handelsorganisation das Haus unter dem Namen Haus der Werkt├Ątigen. Es fanden Betriebsfeiern, Tagungen, Theaterauff├╝hrungen, Tanzabende und Unterhaltungsprogramme statt. 1959 wurde es erneut renoviert und er├Âffnete als Jugendklubhaus der FDJ. Es wurden R├Ąume f├╝r Arbeitsgemeinschaften geschaffen, ein Fernsehraum, ein Fotolabor und ein Raum f├╝r Filmvorf├╝hrungen. Die B├╝hne im Gro├čen Saal erhielt einen Ausgang zur Stra├če. Das Kreiskulturhaus befand sich damals in der sp├Ąteren Kindertagesst├Ątte Sputnik in der Puschkinstra├če. 1965 zog es in das Jugendklubhaus am Rosa-Luxemburg-Platz um und hie├č dann Kreiskulturhaus, Jugendklub Torgau. F├╝r die Torgauer hie├č es nur Kreisi. Daran hat sich bis heute nichts ge├Ąndert.
Nach der Wende wechselte die Tr├Ągerschaft des Kulturhauses vom Landratsamt zur Stadt, ein Erbe, das die Stadtkasse schwer belastete. Jahrelang wurde um eine akzeptable L├Âsung gerungen, bis schlie├člich die Kulturhaus-Immobilien-Verwaltungsgesellschaft das Haus ├╝bernahm und der Verein Torgau-Kultur als Betreiber gegr├╝ndet wurde.